Autos und Motorräder

Plastidip ist nicht einfach wie Autolack

Freitag, 9-1-2015  

Es gibt eine neue Methode aus den USA, mit der man sein Auto in eine andere Farbe tauchen kann: Plastidip. Dabei handelt es sich keinesfalls um eine konventionelle Methode des Lackierens. Denn es handelt sich um eine Art Folie zum Sprühen und sie hat gegenüber der klassischen Arbeit mit Lack ganz verschiedene Eigenschaften:

Kommen wir zu dem ersten Punkt, was Plastidip überhaupt ist. Es handelt sich nämlich nicht um einen normalen Lack, der irreversibel aufgetragen oder gar eingebrannt wird. Vielmehr ist es eine Art Folie zum Sprühen, die eine Konsistenz wie Gummi hat. Mit der Hilfe einer Düse wird das Produkt in mehreren Schichten aufgetragen. Dabei kann man, wenn man gleichmäßig sprüht, schon einmal fünf oder sechs Durchgänge auftragen, damit am Ende die Farbe auch wirklich gleichmäßig rüber kommt und keine unerwünschten Flecken mehr zu sehen sind. Denn wer möchte schon sein Auto wie eine Kuh aussehen lassen? Der eigentliche Trick bei der Anwendung mit Plastidip ist allerdings, dass man es am Ende einfach wieder abziehen kann. Dadurch ist das Auto nicht irreversibel mit einem dauerhaft bleibenden Lack versehen. Vielmehr kann man, wenn einem der Look einmal nicht mehr gefällt, alles relativ leicht wieder in den originalen Zustand zurück versetzen. Dazu muss die Folie an den Ecken oder Kanten abgelöst werden. Durch ein gleichmäßiges Ziehen kann dann der Sprühlack ganz einfach auch von recht großen Flächen wieder abgelöst werden. Der sich darunter befindliche Lack sollte keinerlei Beschädigungen oder Beeinträchtigungen davon getragen haben. Daher ist Plastidip ja auch so eine attraktive Lösung für solche Lackierer und Stylisten, die sich nicht an eine langfristige Entscheidung halten möchten, sondern ihr Auto vielmehr zu jedem Zeitpunkt wieder anders stylen möchten. Es ist quasi die optimale Lösung für begeisterte Tuner und Stilisten, die oft mal etwas Wechsel brauchen und sich nicht auf die lange Sicht gesehen auf ein bestimmtes Design festlegen wollen. Oder natürlich kann es ganz einfach von solchen Leuten angewendet werden, die einfach mal etwas Verrücktes oder Ausgefallenes ausprobieren möchten, ohne gleich ein Risiko einzugehen. Denn Plastidip, wenn es anständig verarbeitet und aufgetragen wurde, lässt sich am Ende wieder ohne Probleme entfernen. Übrigens hält es trotz dieser Eigenschaften relativ lange den Bedingungen des Wetters und der Witterung stand. Wer also sein Auto damit bearbeitet und sauber arbeitet, muss sich nicht sorgen machen, die Hälfte des Lackes gleich nach wenigen Tagen wieder zu verlieren. Allerdings sollte, wenn es möglich ist, der Wagen nach der Bearbeitung etwa 48 Stunden lang ruhen, damit sich die Folie wie eine zweite Haut auf den originalen Lack legen kann und ihre Eigenschaften am besten entfalten kann.

Mit Plastidip braucht man nicht die Karosserie ausbauen

Plastidip hat aber noch einen zweiten entscheidenden Vorteil gegenüber konventionellen Lacken. Man braucht für die Anwendung nicht mehr, wie es bei den klassischen Methoden immer der Fall gewesen ist, die Karosserie komplett ausbauen, um sie anschließend mit Sand abzustrahlen, zu grundieren und wieder zu lackieren. Allein der Ausbau – und am Ende der Arbeit der Wiedereinbau – ist ein Arbeitsschritt, der enorm aufwändig ist und viel Zeit und Geld kostet. Mit Plastidip kann man, ganz im Gegenteil, alle Teile am Wagen so zusammen gebaut lassen, wie er aus dem Werk gekommen ist. Die Teile, die man nicht mit der Folie besprühen möchte, werden schlicht und ergreifend mit einem Klebeband abgeklebt. Dazu wird spezielles Tape verwendet, welches im Fachhandel rund um Plastidip erhältlich ist. Zum Beispiel werden die Fester abgeklebt, da sie ja nicht in Farbe getaucht werden sollen – in den meisten Fällen jedenfalls. Hierzu sollte das Tape sauber am Rand des Scheibenrahmens entlang verlegt werden. Die inneren großen Seiten des Fensters können ganz klassisch mit einer Zeitung abgedeckt werden. Was für die Fenster gilt, ist natürlich auch für alle anderen Teile am Wagen gültig, die nicht mit Farbe bedeckt werden sollen. Nur die Scheinwerfer stellen hier wohl eine Ausnahme dar. Sie können genauso sauber mit Plastidip überzogen werden, wie alle anderen Teile auch. Wenige Minuten nach der Operation sollten sie, da sie über gut definierte Kanten und Ecken verfügen, ganz einfach wieder von der Folie zum Sprühen befreit werden können. Daher ist die Anwendung mit Plastidip ja auch so einfach, weil man sich das teure und Zeit konsumierende Ausbauen der Teile der Karosserie erspart.

Plastidip ist preislich attraktiv

Damit kommen wir zu dem letzten oben genannten Unterschied von Plastidip im Vergleich mit konventionellen Methoden des Lackierens. Es ist schlicht und ergreifend undschlagbar viel billiger als die Arbeit mit konventionellen Lacken. Das kommt zum einen durch den gerade genannten Punkt zu Stande, dass wir uns das Ausbauen der Karosse sparen können. Es kommt aber auch dadurch zu Stande, dass man mit relativ wenig Werkzeug auskommt. Im Grunde braucht man nur das Produkt selbst, einige Rollen spezielles Klebeband, ein paar Zeitungen und eine Pistole zum Sprühen. Das alles ist bereits für wenige hundert Euro zu haben – versuchen Sie einmal, zu diesem Preis ihren Wagen neu zu lackieren! Daher ist Plastidip eben günstiger als normale Lacke. Und das trifft wohl gerade zu, wenn nur einige wenige Teile eines Wagens mit neuer Farbe versehen werden sollen. Dann kostet eine Bearbeitung tatsächlich  nur wenige Euros. Auch wegen seiner guten preislichen Eigenschaften ist Plastidip daher in den USA bereits so beliebt und bekannt.

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